»Felder«, Licht-Klang-Installation mit Richard Spaeth (Klang) Shedhalle Tübingen, 2003

Als »Feld« bezeichnet man in der Physik eine mit einem besonderen physikalischen Zustand des Raumes verbundene Erscheinung, die durch eine oder mehrere Funktionen der Ortskoordinaten und auch der Zeit - den sogenannten Feldgrößen oder Feldfunktionen - beschrieben wird. Richard Spaeth und Kurt Laurenz Theinert arbeiten mit Feldgrößen von Klang und Licht. Im Raum sind weiße, punktförmige Lichtquellen verteilt. Ein bestimmtes Funktions-Verhältnis ihrer Leuchtdauer und Impulsfrequenz erzeugt ein visuelles Feld. Innerhalb eines gewissen Zeitraums werden zwei einzelne visuelle Ereig-nisse als Einheit wahrgenommen. Die Funktionen Dauer und Frequenz sind in der Installation so gesetzt, dass die Wahrnehmung um diese Schwelle pendelt. Durch die räumliche Verteilung der Lichtquellen scheinen die Lichtimpulse im Feld zu springen und den gebauten Raum zu diffundieren. Werden Töne rein zueinander gestimmt entsteht Resonanz. Sie ist ein eigenes Phänomen, das sich zwischen den Tönen bildet. Die Resonanz erzeugt im Raum ein Feld, das durch hörbare Feldlinien strukturiert ist. Werden mehrere Töne zueinander gestimmt, überlagern sich deren Resonanzen und verdichten das Feld. Die einzelnen Töne treten in den Hintergrund. Das Feld gewinnt einen körperlich spürbaren skulpturalen Charakter. Die Klang-Licht-Felder von Richard Spaeth und Kurt Laurenz Theinert sind bewegte Zustände, die auf nichts verweisen und die keine Bedeutung tragen.