Die abwechselnd blinkenden Sprossen, strukturieren in scheinbar chaotischer Weise die Leiter permanent neu. Erst bei längerem Fixieren der Lichtelemente mit den Augen wird deutlich, dass jede einzelne Sprosse für sich regelmäßig blinkt. Die Frequenzen der Sprossen weichen jedoch leicht voneinander ab, so dass sich Verschiebungen ergeben, die dynamische Auf- und Abbewegung des Lichts wahrnehmbar werden. Aufgrund der unterschiedlichen Taktung läuft das Blinken der Lichtstäbe zeitlich auseinander und wieder zusammen. Eine Art »bewegter Zustand« entsteht, in dessen meditativer Betrachtung man sich ähnlich wie in der Beobachtung von Feuer verlieren kann. Die Sinne geraten an ihre Grenzen. Solche Grenzen gibt es auch im Hinblick auf jede Art weltlichen Aufstiegs. Die Leitern des persönlichen und gesellschaftlichen Erfolgs ragen in die Leere – wenn die letzte Stufe erreicht ist, scheint es nicht weiterzugehen. Wirkliches Aufsteigen, so zeigt Theinert mit seiner Himmelsleiter, ist nur dem möglich, der sich der Sphäre des Transzendentalen öffnet.